23.01.2007
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23.01.2007: Was versteht man unter chronischem Beckenbodenschmerz (CPPS)?
Frage:
Seit mehreren Monaten leide ich unter wiederkehrenden und anhaltenden Schmerzen im Unterbauch. Ein entzündlicher Vorgang in der Prostata konnte durch Untersuchungen ausgeschlossen werden. Jetzt hat mir mein Urologe die Diagnose "chronischer Beckenbodenschmerz" (CPPS) mitgeteilt. Wie entsteht und verläuft diese Erkrankung und welche Behandlung ist möglich?
Antwort:
Dem Krankheitsbild des chronischen Beckenbodenschmerzes können viele Ursachen zugrunde liegen. Ausführliche Untersuchungen ergaben den starken Verdacht, dass ein Zusammenhang zwischen einer gestörten Funktion des Beckenbodens und dem Beckenbodenschmerz bestehen könnte. Was hierbei jedoch Ursache oder Folge ist und inwieweit diese Störung auf einer ursächlichen oder zweitrangigen Funktionsstörung des Zentralen Nervensystems beruhen, kann zurzeit noch nicht abschließend bewertet werden. Auch psychosomatische Beschwerden werden mit dem Krankheitsbild in Verbindung gebracht.
Der Beckenbodenschmerz äußert sich in Schmerzen im Bereich des Beckens, die bis in die Leistengegend ausstrahlen können. Hauptschmerzbereiche bei Männern sind Prostata (Vorsteherdrüse), Perineum (Damm zwischen Darmausgang und Hodensack), Penis, Harnblase, Unterbauch und Rücken. So können ein erhöhter Harndrang oder eine Pollakisurie (Toilettengänge mit wenig Urin), Harnträufeln oder auch eine Nykturie (vermehrtes nächtliches Wasserlassen) bestehen. Auch sexuelle Funktionsstörungen, zum Beispiel ein schmerzhafter Samenerguss, sind möglich. Oft haben Patienten eine Odyssee hinter sich und sind bei vielen Ärzten vorstellig geworden. Das Krankheitsbild ist oftmals so verschwommen, dass die eigentliche Ursache nicht gleich festgestellt werden kann.
Zur Sicherung der Diagnose "chronischer Beckenbodenschmerz" steht an erster Stelle das ausführliche Gespräch mit dem Urologen, die so genannte Anamnese. Anhand der geschilderten und erfragten Krankheitszeichen werden die weiteren Untersuchungsschritte eingeleitet. Neben dem Abtasten können auch Ultraschalluntersuchung, Blasenspiegelung, Harnflussmessung, Blut-, Urin- und Spermaproben hinzugezogen werden. Eventuell wird der Urologe eine Tagebuchaufzeichnung über die Häufigkeit des Wasserlassens und Auftretens sowie Stärke der Beckenschmerzen für sinnvoll erachten. Bevor der Urologe die Diagnose CPPS stellt, müssen Erkrankungen des Blasenbodens, Darmerkrankungen, Leistenbrüche oder Tumore ausgeschlossen werden.
Erst wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und die Krankheit CPPS gesichert ist, kann eine gezielte Behandlung einsetzen. Gute Erfolge werden mit Maßnahmen, die am Beckenboden angreifen (Biofeedback), erzielt. Zum Einsatz kommen auch Medikamente wie u.a. Antibiotika, Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente, die eine gute Wirkung auf den Harntrakt ausüben. Von zentraler Bedeutung ist eine dauerhafte und fächerübergreifende Behandlung, um eine langjährige Schmerzentwicklung zu vermeiden. Männer und Frauen können gleichermaßen von der Erkrankung "chronischer Beckenbodenschmerz" betroffen sein. Ziel ist es, eine Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.
Weiterführende Informationen finden Sie unter:
www.ica-ev.de
www.ic-forum.de
13.03.2006: Diagnose Interstitielle Cystitis (IC) - Was kann ich tun?
Frage: In letzter Zeit muss ich tagsüber und auch nachts immer häufiger zum Wasserlassen auf die Toilette. Der Harndrang ist dabei sehr ausgeprägt und auch schmerzhaft. Oft sind die Schmerzen extrem und nicht nur auf die Harnblase oder die Harnröhre begrenzt, sondern im ganzen Unterleib zu spüren. Mein Urologe spricht von einer Interstitiellen Cystitis. Was ist eine Interstitielle Cystitis genau und was kann ich tun?
Antwort: Bei der Interstitiellen Cystitis (IC) handelt es sich um eine schwere, chronische Erkrankung mit vielen Gesichtern. Es können Frauen, Männer, aber auch Kinder erkranken. Dabei kann die IC in jedem Alter auftreten. Meist jedoch sind Frauen von einer IC betroffen. Im Vordergrund steht ein außergewöhnlich starker, häufiger Harndrang, oftmals von kaum erträglichen Schmerzen begleitet. Die Schmerzen können den gesamten Unterleib betreffen und auch beim Geschlechtsverkehr auftreten. Betroffene berichten von einem Schmerzgefühl, als ob jemand mit einer Rasierklinge in der Blase oder Harnröhre herumschneiden würde. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Blasenentzündung (Zystitis) werden bei der IC keine Bakterien im Urin gefunden. Auch eine Antibiotika-Behandlung bringt keinen Heilungserfolg. Eine IC kann durch Stress nicht ausgelöst werden, aber Stress kann eine bestehende IC verschlimmern. Nach wie vor ist die Ursache der IC nicht geklärt. Demzufolge gestaltet sich auch die Erkennung und Behandlung dieser rätselhaften Krankheit sehr schwierig. Wurde bei Ihnen eine IC festgestellt, wird Ihr Urologe versuchen, die Krankheitserscheinungen zu mildern und günstig zu beeinflussen (z.B. Harndrang, Schmerzen, Anzahl der Toilettengänge tagsüber wie auch besonders nachts (Nykturie)). Bei manchen Patienten wirkt sich eine bestimmte Diät günstig aus und verringert die Beschwerden. Auch alternative Behandlungsmöglichkeiten wie Akupunktur können zum Einsatz kommen. (kj)
Weiterführende Informationen finden Sie unter:
www.ica-ev.de
www.ic-forum.de
01.02.2005: Test für Beschwerden beim Wasserlassen?
Frage: Früherkennung und Vorsorge sind wichtig, besonders wenn es um die Prostata geht. Gibt es einen einfachen Test, mit dem ich eventuelle Beschwerden beim Wasserlassen einordnen kann?
Antwort: Ob mit Ihrer Prostata alles in Ordnung ist, kann nur Ihr Urologe überprüfen. Erste Warnsignale für eine gestörte Funktion können häufige nächtliche Gänge zur Toilette sein oder das ständige Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben. Mit Hilfe des Fragebogens zum Wasserlassen (IPSS = engl.: International Prostate Symptom Score) können Sie überprüfen, ob Ihre ermittelte Punktzahl im niedrigen, mittleren oder hohen Bereich liegt. Auf keinen Fall ersetzt dieser Testbogen die Untersuchung und Beratung bei Ihrem Urologen. Aber der Fragebogen kann Ihnen beim Erkennen von eventuell vorliegenden Störungen der Blasenentleerung behilflich sein. Wenn bei Ihnen Beschwerden vorliegen, kann aber nur ein Gang zum Urologen sicherstellen, ob eine gutartige Prostatavergrößerung oder eine Krebserkrankung Ursache der Miktionsstörung ist. (kj)
Zum IPSS-Fragebogen (PDF-Datei, 50 kB)
24.11.2004: Was ist und was kann Biofeedback?
Frage: Zur Behandlung meiner Stressinkontinenz hat mir mein Urologe Krankengymnastik und das Biofeedback-Training empfohlen. Was genau bedeutet und bewirkt das Biofeedback-Verfahren?
Antwort: Mit dem Biofeedback-Verfahren werden Körperfunktionen mit Hilfe von hör- oder sichtbaren Signalen aufgezeigt. Normalerweise laufen Vorgänge wie Atemfrequenz, Herzfrequenz, Gehirnströme und vor allem auch Muskelspannungen unbewusst ab. Mit entsprechenden Geräten können diese Funktionen des Körpers gemessen und an hör- oder sichtbare Signale gebunden werden. Die Übertragung kann über Lautsprecher oder einen Bildschirm erfolgen. Die verschiedenen Körpervorgänge werden dem Betroffenen dadurch bewusst gemacht, er sieht oder hört sofort, was sein Körper tut. Als Nächstes steht auf dem Lehrplan des Übenden, die Vorgänge im Körper mit dem Willen zu kontrollieren.
Im Falle der Harninkontinenz wird Biofeedback eingesetzt, um eine bessere Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur zu erreichen und zu verhindern, dass die falschen Muskeln, wie zum Beispiel die Gesäßmuskeln, angespannt werden. Ein Verfahren ist, dass über eine Sonde (Fühlgerät), die völlig schmerzfrei bei Frauen in die Scheide, bei Männern in den Enddarm eingeführt wird, das Zusammenziehen der betreffenden Muskulatur hör- oder sichtbar gemacht wird. So erscheinen die Messergebnisse zum Beispiel auf einem Bildschirm als Kurve. Diese verändert sich, wenn sich die Muskelspannung durch die entsprechende Übung verändert. Die Übenden erhalten somit eine direkte Rückmeldung (Feedback) über die Auswirkung des Trainings auf die Beckenbodenmuskulatur. Durch die sichtbare Kontrolle über die Bewegung und die Stärke der Muskelanspannung können die Übungen gezielt und erfolgreich durchgeführt werden. In vielen Fällen wird durch das Biofeedback-Training schon nach kurzer Zeit eine spürbare Verbesserung der Inkontinenzbeschwerden erreicht. Die größere Wirksamkeit von Krankengymnastik in Verbindung mit Biofeedback-Übungen ist in Untersuchungen eindeutig bestätigt worden. Die Biofeedback-Behandlungen erfolgen ambulant und unter fachlicher Anleitung. Wenn sich gute Erfolge zeigen, kann die Anschaffung eines Gerätes für den Gebrauch im eigenen Zuhause sinnvoll sein.
Sprechen Sie Ihren Urologen auf die Möglichkeit des Biofeedback-Trainings an. Dieses Verfahren stellt eine sinnvolle Ergänzung in Verbindung mit Krankengymnastik zur erfolgreichen Behandlung oder Heilung der Harninkontinenz dar. (kj)
08.10.2004: Sind Fachtagungen für Urologen eigentlich sinnvoll?
Frage: Mein Urologe war vor kurzem nach Wiesbaden gefahren, um dort an einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie teilzunehmen. Sind diese aufwändigen Fachtagungen in der heutigen Zeit denn noch nötig, wo es doch ein riesiges Angebot an Fachzeitschriften und auch die Möglichkeit der Internet-Nutzung gibt?
Antwort: Vom 22.09. bis 25.09.2004 fand in Wiesbaden der 56. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. statt. Kongresspräsident war Prof. Joachim W. Thüroff. Gegliedert war der Kongress in drei Hauptbereiche: Wissenschaft, ärztliche Fortbildung und Fortbildung von Assistenz- und Pflegepersonal. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn auch Ihr Urologe neben Tausenden von Urologen an diesem Kongress teilnahm. Dort konnten sich die Fachärzte über die neuesten Forschungsergebnisse auf dem urologischen Fachgebiet informieren und einen regen Erfahrungsaustausch betreiben. Forschungsergebnisse, operative und medikamentöse Behandlungsmaßnahmen sowie Strahlentherapie zum Beispiel bei Prostata- oder Harnblasenkrebs bildeten Mittelpunktthemen. Der Urologe kann seinen Behandlungsspielraum, angelehnt an die neuesten Forschungsergebnisse, erweitern und für seine Patienten in seiner Praxis oder Klinik die bestmögliche Behandlung einleiten. Zunehmend fanden auch Veranstaltungen in englischer Sprache statt, um ausländische Ärzte zu einer Teilnahme am Kongress zu ermuntern. Junge Ärzte interessieren sich in steigendem Maße für die europäische Facharztprüfung. In Arbeitsgruppen konnten die Urologen ihr Wissen zu verschiedenen urologischen Themen auch mit Hilfe praktischer Übungen vertiefen. Auch die Gesundheits- und Berufspolitik spielte auf dem Kongress eine große Rolle. Bekannte Persönlichkeiten wie der KBV-Vorsitzende Dr. Richter-Reichheim und verschiedene Bundestagsabgeordnete traten als Redner auf. Für die Patienten sehr bedrückende Krankheitsbilder wie die Harninkontinenz und das Prostatakarzinom standen bei den Patientenforen auf der Tagesordnung.
Nur gemeinsam ist man stark. Das haben die Urologen, die ein sehr modernes Fachgebiet vertreten, sehr gut in die Tat umgesetzt. Sie als Patient können mit Ihrem Urologen zufrieden sein, denn seine Teilnahme an der Fachtagung bringt auch für Sie nur Vorteile. (kj)
13.08.2004: Teilnahme an Medikamenten-Studie: Werde ich zum Versuchskaninchen?
Frage: Mein Urologe hat mir die Teilnahme an einer Medikamenten-Studie empfohlen, weil die Mittel, die ich bisher einnehme, keine Wirkung gezeigt haben. Ich soll das neueste Medikament einnehmen, das genau für meine Erkrankung geeignet sein soll. Nun habe ich Angst, als Versuchskaninchen benutzt zu werden. Muss ich mir wirklich Sorgen machen?
Antwort: Bevor eine Studie an Menschen durchgeführt werden darf, hat bereits ein mehrjähriges Untersuchungsprogramm stattgefunden. Dazu gehören auch in einem gewissen Rahmen die Versuche mit und an gesunden und kranken Tieren. Erst wenn sich zeigt, dass das neue Medikament Wirkung zeigt und sich die Nebenwirkungen in engen Grenzen halten, beginnt die Prüfung am menschlichen Organismus. Die so genannte Ethikkommission muss der geplanten Studie zustimmen. Patientenrechte und Patientenschutz werden somit sichergestellt. Jede Studie bedarf einer Genehmigung durch die oberste Bundesbehörde in Berlin, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
Die Teilnahme an einer Studie geschieht immer freiwillig. Sie müssen schriftlich Ihre Einwilligung erklären und Ihr Urologe wird gegenzeichnen. Ein Widerruf ist jederzeit möglich. Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Studie gehört auch, dass Ihr als prüfender Arzt tätige Urologe einer ständigen Überwachung unterliegt.
Sie sollten Ihre nahen Angehörigen mit in Ihre Überlegungen einbeziehen, bevor Sie sich endgültig für die Teilnahme an der Studie entscheiden. Es ist für alle Beteiligten wichtig, über alle möglichen Vor- und Nachteile auf dem Laufenden zu sein. Während der gesamten Behandlungsdauer bekommen Sie stets das neueste Medikament verabreicht. Ihr Urologe wird Ihnen selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite stehen und Sie mit Ihren Sorgen und Nöten nicht alleine lassen. Für jede Veränderung, die die neue Behandlung mit sich bringt, ist Ihr Urologe der direkte Ansprechpartner. Wichtig ist, dass Sie alle Untersuchungstermine einhalten und das Medikament regelmäßig und nach Vorschrift einnehmen. Wenn sich herausstellt, dass das neue Medikament besser als sein Vorgänger wirkt, werden nicht nur Sie davon profitieren sondern auch viele andere Patienten, denen die Prüfungsergebnisse bei ihrer Krankheitsbewältigung helfen (kj).
16.06.2004: Beim Duschen Knoten im Hoden getastet
Frage: Ich bin 24 Jahre alt und fühle mich völlig gesund. Nach dem Sport habe ich beim Duschen einen schmerzlosen Knoten im Hoden getastet. Was kann das sein und was sollte ich jetzt tun?
Antwort: Männer sollten regelmäßig beim Duschen oder in der Badewanne beide Hoden vorsichtig abtasten, um Schwellungen oder Knoten frühzeitig zu erkennen. Da Sie eine Veränderung an Ihrem Hoden festgestellt haben, sollten Sie umgehend Ihren Urologen aufsuchen. Dieser wird zunächst eine genaue Befragung zu Ihren Beschwerden durchführen und eine Tastuntersuchung vornehmen. Danach wird sich eine harmlose Ultraschalluntersuchung der Hoden anschließen, die in den meisten Fällen schon den Verdacht auf eine mögliche bösartige Erkrankung entkräften oder bestätigen kann. Da der Hodenkrebs meistens im Alter von 20 bis 40 Jahren auftritt, ist in Ihrem Fall eine gründliche Abklärung dringend erforderlich. In Ihrer Altersgruppe ist der Hodenkrebs die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Je früher ein möglicher Hodenkrebs erkannt wird, desto einfacher gestaltet sich die Behandlung und desto besser sind die Heilungsaussichten.
Sie sollten auf keinen Fall zögern und umgehend Ihren Urologen aufsuchen!
Weitere Informationen zum Hodenkrebs finden Sie hier.
07.04.2004: Was genau ist ein PSA-Test?
Frage: Der PSA-Test bei meinem 48-jährigen Arbeitskollegen ergab einen Normalwert. Er empfahl mir ebenfalls einen Urologen aufzusuchen und diesen Wert bestimmen zu lassen. Was genau ist denn eigentlich ein PSA-Test? Und ist er in meinem Alter (45 Jahre) überhaupt notwendig?
Antwort: Der PSA-Test bestimmt das so genannte Prostataspezifische Antigen im Blut. PSA ist ein Eiweiß, das von den Zellen der Vorsteherdrüse produziert und in die Samenflüssigkeit abgegeben wird. Beim gesunden Mann kommt es im Blut in nur sehr geringer Menge vor. Erst über eine Blutkonzentration von mehr als 4 ng/ml hinaus besteht Abklärungsbedarf. Aber auch wenn der Wert erhöht sein sollte bedeutet dies nicht sofort, an einem Krebs der Prostata erkrankt zu sein. Auch eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder ein entzündlicher Vorgang kann für einen erhöhten PSA-Wert verantwortlich sein. Laut einer Umfrage von EMNID wissen mehr als 80 Prozent der Männer ab 45 Jahren nicht, was ein PSA-Test ist. Und nur 19 Prozent der Befragten gaben an, den Wert einmal im Jahr durchführen zu lassen. Zurzeit haben in einer gesetzlichen Krankenkasse versicherte Männer ab 45 Jahre Anspruch auf eine Tastuntersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsteile, ab 50 Jahre auch des Dickdarms. Die Kosten für den PSA-Test müssen sie selbst tragen. Kam in der Familie des Mannes aber bereits eine Prostatakrebserkrankung vor, ist eine jährliche Untersuchung des Mannes ab dem 45. Lebensjahr mit der Bestimmung des PSA-Wertes dringend anzuraten.
Der PSA-Test kann einen Tumor der Prostata in einem sehr frühen Stadium aufspüren. Männer ab 45 Jahren sollten die Möglichkeit zur Krebsvorsorgeuntersuchung beim Urologen wahrnehmen. Ein PSA-Test sollte jedoch erst nach eingehender Beratung durch den Urologen durchgeführt werden.
Weitere Informationen zu den Erkrankungen der Prostata finden Sie hier.
17.03.2004: Ungewollter Harnabgang beim Husten und Niesen - Kann Beckenbodentraining helfen?
Frage: Mein Urologe hat bei mir durch eine gründliche Untersuchung eine Belastungsinkontinenz festgestellt. Er empfahl mir zur Kräftigung der Muskulatur das Beckenbodentraining. Wäre eine Operation nicht sinnvoller?
Antwort: Das aktive Beckenbodentraining kann bei regelmäßiger Durchführung dazu beitragen, die Beckenbodenmuskulatur zu stärken und zu straffen. Der Beckenboden, ein flächiger Muskel, der das Becken nach unten hin abschließt, trägt und stützt die inneren Organe. Bei der Blasenentleerung hat er die Aufgabe, den Ausgang der Harnröhre zu öffnen und wieder fest zu verschließen. Durch entsprechende tägliche Übungen, die mit Hilfe von Physiotherapeuten erlernt werden können, gelingt es in den meisten Fällen, eine spürbare Verbesserung der Belastungsinkontinenz zu erreichen. Führen die eingeleiteten Behandlungsmaßnahmen und die Beckenbodengymnastik nicht zum gewünschten Erfolg, wird Ihr Urologe Sie hinsichtlich eines Erfolg versprechenden operativen Eingriffs beraten.
Das regelmäßige Beckenbodentraining kann bei bestehendem ungewollten Harnabgang zu einer Verringerung der Beschwerden führen. Somit stellt diese Gymnastik eine sinnvolle Unterstützung der Inkontinenzbehandlung dar.
Weitere Informationen zur Harninkontinenz finden Sie hier.
24.02.2004: Kurz nach der Blasenentleerung verspürt man(n) schon wieder Harndrang
Frage: In letzter Zeit verspüre ich, kurz nachdem ich auf der Toilette war, schon wieder den Drang Wasser zu lassen. Ich habe das Gefühl, meine Blase nicht mehr vollständig entleeren zu können. Auch in der Nacht muss ich immer häufiger Wasser lassen. Was könnte das sein?
Antwort: Am häufigsten kommt es bei älteren Männern durch eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie) zu den genannten Beschwerden. Hierbei wird das Gefühl der unvollständigen Entleerung der Harnblase zum ständigen Begleiter. Der Harnstrahl ist meist abgeschwächt. Ein ständiges Harnträufeln kann sich einstellen. Trotz großer Anstrengung beim Wasserlassen kommt es kaum zu einer spürbaren Erleichterung für den Betroffenen. Der Urologe kann durch die entsprechenden Untersuchungen das Abflusshindernis erkennen und eine gezielte Behandlung einleiten. Harnsteine, wiederkehrende Entzündungen der Harnwege und andere Schwierigkeiten können sonst im Gefolge der Blasenentleerungsstörung auftreten. Durch einen ständigen Rückstau des Harns über die Harnleiter hinauf bis zu den Nieren kann es im schlimmsten Fall zu einem Nierenversagen kommen. Ein völliger Harnverhalt kündigt sich mit starken Schmerzen an und kann mit Schüttelfrost einhergehen. Hierbei handelt es sich um einen urologischen Notfall. Rasche Hilfe ist erforderlich. Der Urologe wird mittels eines Harnblasenkatheters die Entleerung der Harnblase vornehmen, um den Patienten von seinen Schmerzen zu befreien.
Die Blasenentleerungsstörung beim Mann bedarf immer einer gründlichen Untersuchung beim Urologen, um das Abflusshindernis erkennen und eine gezielte Behandlung einleiten zu können.
Weitere Informationen zur gutartigen Vergrößerung der Prostata finden Sie hier.
12.02.2004: Ihr Frauenarzt hat rote Blutkörperchen im Urin entdeckt
Frage: Im Rahmen der Krebsvorsorgeuntersuchung bei meiner Frauenärztin wurde in einer Urinprobe mit dem Teststäbchen Blut nachgewiesen. Sie empfahl mir, einen Urologen aufzusuchen. Ich habe aber überhaupt keine Beschwerden. Kann ich nicht erst einmal abwarten?
Antwort: Im Urin finden sich höchstens ganz vereinzelt rote Blutkörperchen. Sie sind mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Der Urologe spricht beim Nachweis von roten Blutkörperchen z.B. mit einem Teststreifen von einer Mikrohämaturie. Ist der Urin sichtbar blutig handelt es sich um eine Makrohämaturie. In beiden Fällen ist eine Untersuchung beim Urologen von größter Wichtigkeit. Blutbeimengung im Urin bedarf immer einer gründlichen Untersuchung der ableitenden Harnwege, um Geschwulste, Entzündungen, Verletzungen, Fehlbildungen oder ein Steinleiden aufzudecken. Durch moderne Verfahren (zum Beispiel Ultraschall) ist die Untersuchung beim Urologen in der Regel schmerzfrei und kaum belastend für den Patienten. Blutnachweis im Urin kann ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung der ableitenden Harnwege sein, eine frühzeitige Abklärung beim Urologen ist zu empfehlen.
03.02.2004: Zur Einführung der Praxisgebühr
Frage: Ich war in diesem Quartal noch nicht beim Arzt. Nun möchte ich meinen Urologen aufsuchen. Muss ich mir hierfür erst von meinem Hausarzt einen Überweisungsschein holen?
Antwort: Nein. Sie können direkt mit Ihrer Chipkarte zu Ihrem Urologen in die Sprechstunde gehen. Dort entrichten Sie die Praxisgebühr in Höhe von € 10,00. Ihr Urologe kann Ihnen dann bei Bedarf für Ihren Hausarzt, aber auch für jeden anderen Facharzt, einen Überweisungsschein ausstellen.


