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25.11.2005

Sepp Maier: "Was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur Krebsvorsorge"

Der ehemalige Nationaltorhüter (61) findet auch zum Thema Männergesundheit die gewohnt markigen Worte

Sepp Maier

Ein Blatt nimmt er bekanntermaßen selten vor den Mund. Auch der Tatsache, dass sich die Herren der Schöpfung hierzulande als Gesundheits- und Vorsorgemuffel hervortun, begegnet Deutschlands „Torwart des Jahrhunderts“ nicht gerade mit leisen Tönen. Im Gegenteil - Sepp Maier bleibt markig wie immer: „Es ist schade, dass Männer sich nicht zeitig aufraffen und erst zum Arzt gehen, wenn was weh tut oder wenn sie merken, dass der Harnstrahl nur noch auf die Schuhspitzen tropft. Dann ist es meistens zu spät. Man muss es jedes Jahr tun und was ein richtiges Mannsbild ist, geht auch zur Krebsvorsorge!“.

Keine Frage, er selbst ist Manns genug, ging nach seinem 50. Geburtstag das erste Mal zur Prostatakrebsvorsorge. Das ist für die erste Untersuchung zwar ein bisschen spät, aber seither macht der launige Bayer Ernst: „Ein Tag im Jahr ist immer nur für Ärzte reserviert. Ich gehe nicht nur zum Urologen, sondern zu jedem Doktor. Erst ist der Internist dran, dann kommt der Herzspezialist und so weiter. Wenn alles stimmt, dann bin ich wieder zufrieden“. Maiers Vorteil: Er kennt keine Schwellenangst. Als Profisportler ist er an ständige medizinische Beobachtung gewöhnt und hat gelernt, auf seinen Körper zu achten. Anders als viele seiner Geschlechtsgenossen. „Ich glaube, dass die Männer mit ihrer Gesundheit ein bisschen liederlich sind, wie wir in Bayern sagen.“ „Mann“ könne sich da ruhig eine Scheibe bei den Frauen abschneiden: „Sie schminken sich, sie richten sich her, sie haben immer eine tolle Frisur oder schöne Fingernägel und das geht eben mit der Gesundheit weiter.“

Tatsächlich nutzt etwas mehr als die Hälfte aller Frauen die Chance von Krebsvorsorge-Untersuchungen. Bei den Männern sind es lediglich 15–20 Prozent. Das Prostatakarzinom ist mit jährlich 40.000 Neuerkrankungen bereits die häufigste Krebserkrankung des Mannes, fordert jedes Jahr mehr als 11.000 Opfer. Grund genug für den 61-jährigen Torwarttrainer des FC Bayern München, sich gemeinsam mit Deutschlands Urologen, für mehr Gesundheitsvorsorge zu engagieren. In punkto Prostata heißt das: Ab 45 ein Mal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung! „Sonst wird aus der Scheu vor dem Arzt leicht ein Eigentor“, so Sepp Maier, der man lese und staune mit 422 Bundesliga-Einsätzen in Folge noch immer einen aktuellen Rekord hält und darauf baut, dass es sich in Zukunft auch unter Männern langsam herumspricht. „Du schau mal, das mit der Vorsorgeuntersuchung war gar nicht so schlimm!“