Aktuell

27.06.2005

Geert Müller-Gerbes: "Männer, kommt von eurem hohen Ross - ihr seid nicht unverwundbar!"

Schon als Moderator der RTL-Sendung "Wie bitte?" kannte er keine Tabu-Themen. Heute sagt der prominente Journalist und Buchautor männlichen Gesundheitsmuffeln seine Meinung

Geert Müller-Gerbes

Die Fakten sind in der Tat alarmierend: Prostatakrebs ist inzwischen die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Obwohl die Heilungsrate bei Früherkennung bei 80 bis 90 Prozent liegt, nutzt nicht einmal jeder fünfte deutsche Mann seine Chance bei der Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung. Das erklärte Ziel der deutschen Urologen und ihrer prominenten Mitstreiter wie Geert Müller-Gerbes ist es deshalb, die Vorsorgebereitschaft der betroffenen Männer ab 40 zu erhöhen. Verschiedene medienwirksame Aktionen dienen dem guten Zweck.

So appelliert die bundesweite „Initiative Männersache“ mit Unterstützung von Sepp Maier und Turnerlegende Eberhard Gienger mit Aufklärungsbroschüren und so genannten Uropower-Messstationen an die Vernunft im Manne. An diesen Messstationen können Männer die Kraft ihres Harnstrahls testen, dessen abgeschwächte Form ein Hinweis auf eine gutartige Prostata-Vergrößerung sein kann, die ebenfalls vielen zu schaffen macht und frühzeitig behandelt werden sollte. Auf internationaler Ebene initiiert die European Association of Urology am 15. September 2005 den ersten europaweiten Prostatakrebs-Vorsorgetag, der Männer mobilisieren soll.

„Dazu müssen wir das Thema rationalisieren und den Männern die Schwellenangst vor der Tür des Urologen nehmen“, sagt TV-Profi Geert Müller-Gerbes. „Ich habe inzwischen erkannt, dass der Urologe nicht mein Feind, sondern mein Freund ist, lasse drei Mal im Jahr meinen PSA-Wert prüfen und werde erfolgreich mit Medikamenten gegen Beschwerden der vergrößerten Prostata behandelt.“ Ganz offen spricht er drüber und fügt, so provokant wie ihn seine Fernsehzuschauer kennen, hinzu: „Hand auf Herz, Männer über 60, die sagen sie hätten keine Probleme mit der Prostata, die lügen“. Auf dem Bildschirm macht sich „Mr. Wie bitte“ inzwischen rar, hat dem Termin-, Erfolgs- und Quotendruck konsequent den Rücken gekehrt und arbeitet heute mit typisch spitzer Feder als Kolumnist im politischen Feuilleton und als Buch-Autor. Als solcher schreibt er übrigens nicht nur Sachbücher, sondern outet sich als bekennender Familienmensch. Denn der 67-Jährige ist Vater von vier Söhnen und mit Leidenschaft Großvater von vier Enkelsöhnen, die ihn zu einer Kinderbuchreihe inspiriert haben. Unter dem Titel „Opa, kann die Sonne schwimmen?“ erklärt Müller-Gerbes seinen kleinen Lesern die große Welt der Naturwissenschaft. Sein Tipp für deren Väter und Großväter: die Welt der Vorsorge!

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