13.05.2005
Klaus-Peter Siegloch: "Drastische Aufklärung könnte Männer mobilisieren!"
Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur fordert mehr Information, um das Gesundheitsbewusstsein der Männer zu stärken

„Mein Ziel ist es, News zu produzieren und keine Gefälligkeiten“, sagt Klaus-Peter Siegloch. Entsprechend dieser Devise äußert sich der stellvertretende ZDF-Chefredakteur, Leiter der ZDF-Hauptredaktion „Aktuelles“ und Moderator des „heute journals“ auch im Interview mit der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und dem Berufsverband der Urologen mit großer Entschiedenheit zum Thema Männergesundheit. Er fordert mehr Information und wenn nötig auch drastische Aufklärung, um die Krebsvorsorgebereitschaft der Männer zu steigern. „Es müsste den Männern noch deutlicher gemacht werden, welches Leid sie sich ersparen können, wenn sie rechtzeitig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, und wie gut die Heilungschancen bei Früherkennung sind. Umgekehrt müsste man vielleicht auch in drastischen Farben schildern, was passiert, wenn es zu spät ist!“ So sterben an Prostatakrebs jährlich mehr als 11.000 Männer, obwohl bei frühzeitiger Erkennung der Krankheit fast 90 Prozent der Patienten geheilt werden können.
Dass nur jeder fünfte deutsche Mann seine Chance auf Früherkennung nutzt, wundert Klaus-Peter Siegloch nicht. „Männer sind entgegen ihrem öffentlichen Bild ja viel ängstlicher als Frauen und haben besonders große Angst, Unangenehmes zu erfahren. Deshalb fürchten die meisten Männer auch instinktiv mögliche negative Ergebnisse einer Vorsorgeuntersuchung“, meint der 58-Jährige und bringt damit, getreu seiner beruflichen Devise, lieber unangenehme Wahrheiten, statt Gefälligkeiten an den Mann.
Persönlich vertritt er die Einstellung: „Je eher daran, desto eher davon. Ich lasse mich jedes Jahr im Rahmen des generellen Check-ups auch auf Veränderungen der Prostata untersuchen und einen PSA-Test machen.“ Morgendliches Joggen und gesunde Ernährung sind für den Frontmann des „heute journals“ selbstverständlich. Damit ist er sicher nicht nur seinen beiden Kindern, sondern auch zahlreichen männlichen Fernsehzuschauern ein Vorbild in Sachen Gesundheit. Und natürlich prominenter Vorreiter der Deutschen Urologen im Kampf für mehr Vorsorgebereitschaft unter Männern!

